
Kleidung hat für mich seit meiner frühen Jugend eine enorme Bedeutung. Mich interessiert nicht nur der Look selbst, sondern auch, was dahintersteckt: kulturelle und soziale Kontexte und die Art und Weise, wie Kleidung hergestellt wird. Aber letztendlich macht es mir einfach riesigen Spaß, mich so zu kleiden, wie ich es tue. Ich finde klassische Kleidung nicht nur unglaublich ästhetisch, sondern mag es auch, dass sie in vielerlei Hinsicht über das hinausgeht, was ich unter „Mode“ und den aktuellen Trends verstehe. Seit meinem 14. Lebensjahr integriere ich klassische Stücke – zumindest in Nuancen – in meinen Stil. Ich habe mich schon in einer Barbour mit Baggy Pants gesehen :) Als Teenager freute ich mich schon auf meinen 40. Geburtstag, weil ich dachte, dass es dann endlich angemessen wäre, nur noch in Anzügen herumzulaufen.


Ich trage hauptsächlich klassische Kleidung mit einem kleinen (manchmal größeren) Twist. Ich mag es, einem Stil, der von außen oft als formell wahrgenommen wird, ein wenig Aufmerksamkeit zu verleihen. Wenn ich mich für einen Stil entscheiden müsste, würde ich immer sagen, dass mir die Ästhetik der Ivy League am besten gefällt.

Ich lese viel über klassische Kleidung, besuche regelmäßig einschlägige Blogs und insbesondere Instagram ist für mich eine tolle Inspirationsquelle. Kleidung ist schließlich mein Hobby. Ich versuche, meinen Kleiderschrank nach und nach mit Kleidung zu füllen, von der ich denke, dass sie mir auch in 10 oder 20 Jahren noch gefällt. Da mir die Qualität der Kleidung sehr wichtig ist, mir aber völlig egal ist, ob sie neu ist, schaue ich fast immer parallel bei eBay und Co. nach, ob ich dort etwas finden kann. Die Freude, ein gesuchtes Vintage-Kleidungsstück zu finden, überwiegt die Freude über einen Neukauf. Und wenn es nicht hundertprozentig passt, lasse ich kleine Änderungen vornehmen (und lerne das sogar gerade selbst).
Markenkleidung interessiert mich grundsätzlich überhaupt nicht mehr. Das war in meiner Jugend noch anders. Heute vermeide ich Etiketten so gut es geht. Es gibt jedoch einige Marken, die aufgrund ihres „Hausstils“ meinem Stil sehr nahe kommen und mich inspirieren. Drake’s war für mich eine absolute Offenbarung in Sachen Stilverständnis, und die Art und Weise, wie Michael Hill die Marke zu dem gemacht hat, was sie heute ist, beeindruckt mich. Michael ist außerdem eines meiner absoluten Stil-Idole. Drakes Lookbooks haben mich in den letzten Jahren in Bezug auf meinen Kleidungsstil mehr beeinflusst als fast alles andere. Eine weitere Marke, die ich regelmäßig kaufe, ist Anglo Italian (Jake Grantham, der Gründer, ist auch ein Vorbild, wenn es um individuellen Stil geht). Strickmode kaufe ich fast ausschließlich bei Rubato. Und bei Schuhen fast ausschließlich bei Alden und Crockett&Jones.


Oh, es gibt so viele schöne Dinge, die ich empfehlen könnte. Das beste Wiener Schnitzel gibt es im Alt Wien in Prenzlauer Berg. Ich gehe auch sehr gerne ins Theater, besonders ins Berliner Ensemble (Mitte) und zur Schaubühne (am Ku'damm in Wilmersdorf). Vor oder nach dem Berliner Ensemble gibt es ein Steak im Grill Royal. Nach der Schaubühne eine Currywurst bei Bier's Kudamm 195 (und stattet auch Maximilian Mogg einen Besuch ab, einer der wenigen Adressen in Berlin, wenn es um maßgeschneiderte Kleidung geht). Oder schaut euch einen Film in einem der Yorck-Kinos an (dort laufen alle Filme in Originalsprache/mit Untertiteln).